Blutuntersuchungen auf

Toxoplasmose
Eine Bestimmung der Antikörper gegen Toxoplasmose ist sinnvoll. Hat die Mutter Antikörper im Blut, ist sie in der Regel geschützt ( immun ). Hat die Mutter keine Antikörper gegen Toxoplasmose,  darf sie kein rohes oder halbgegartes  Fleisch essen. Katzen können mit Toxoplasmose infiziert sein und scheiden die Erreger in ihrem Kot aus, diesen vergraben sie im Garten oder Sand. Für Schwangere ohne Immunität besteht Gefahr beim Kontakt mit Katzenkot, infiziertem Fleisch (Salami, Tatar etc.), nicht ausreichend gewaschenem Obst, Salat und Gemüse. Die Infektion macht  untypische, grippeähnliche Symptome  z.T. mit Schwellung der Lymphknoten. Sicherheitshalber alle 8-12 Wochen Kontrolle der Antikörper auf Toxoplasmose.  Eine  Erstinfektion in der Schwangerschaft   führt zur Fehlgeburt  und zu schweren Schäden am kindlichen Gehirn. Es gibt eine medikamentöse Therapie. Es besteht ein Beschäftigungsverbot für Tierärzte, Tierarzthelferinnen.

Windpocken
Windpocken werden durch ein Virus,  das Varicella-Zoster-Virus, verursacht. 95% der Erwachsenen haben diese Erkrankung im Kindesalter durchgemacht oder wurden geimpft. Vor Eintritt einer Schwangerschaft ist die Bestimmung der Antikörper gegen Varizellen sinnvoll, da dann noch eine Schutzimpfung erfolgen kann. Kommt es in der Schwangerschaft zur Infektion der Mutter, so kommt es zum typischen Windpockenausschlag und u.U. einem schweren Krankheitsverlauf. Die Viren gehen auf das Kind über und schädigen es. Es können u.a. Fehlgeburten und Missbildungen auftreten. Auch eine Infektion erst kurz vor der Geburt ist für das Kind sehr gefährlich. Sollte eine Schwangere ohne Antikörper gegen Windpocken Kontakt mit an Windpocken erkrankten Personen haben, muss sie es sofort ihrem Arzt sagen, um noch passiv geimpft zu werden ( Gabe von Hyperimmunglobulinen ).

CMV
Die Infektion mit CMV ist die  in Deutschland am häufigsten vorkommende, angeborene Virusinfektion, d.h. das Kind wurde über die Mutter infiziert. Die Infektion erfolgt durch Sexualkontakte,  aber auch durch den Kontakt mit infizierten Säuglingen, die das Virus über Speichel, Tränen , Urin ausscheiden. Ca. 50%  aller Frauen haben vor einer Schwangerschaft eine CMV Infektion durchgemacht und sind geschützt. Falls kein Schutz besteht, ist die Schwangere gefährdet, wenn sie Umgang mit infizierten Kindern hat. Die Infektion verursacht grippeähnliche Symptome bei der Mutter. Das Virus schädigt das Gehirn des Kindes, die Ohren, die Leber und die Lunge. Die Folgen  sind u.a. Taubheit und geistige Behinderung. Das Risiko für schwere kindliche Schäden ist in den ersten 20 Wochen der Schwangerschaft am höchsten. Strenge Hygiene beim Windelwechsel,  gründliches  Händewaschen sind wichtige Vorsorgemaßnahmen. Es besteht ein Beschäftigungsverbot für nicht immune Frauen, die in Kinderkrippen o.ä. arbeiten.  Eine Antikörperkontrolle sollte alle 8-12 Wochen erfolgen. Es gibt inzwischen eine Behandlungsmöglichkeit durch die Gabe von Hyperimmunglobulinen, die die Schäden am Kind vermindern kann.

Ringelröteln  ( Humanes Parvovirus B19 )
Es handelt sich nicht um den Erreger der normalen Röteln,  gegen den heute alle Schwangeren geimpft sein sollten,  sondern um eine  eigenständige Erkrankung hervorgerufen durch das humane Parvovirus B19.  60-70% aller Schwangeren haben in ihrer Kindheit diese Infektion durchgemacht und sind dadurch geschützt ( immun ). Gefährdet sind Frauen ohne Immunität, die beruflich oder privat  engen Kontakt mit Kleinkindern haben.  Eine Infektion der Mutter kann symptomlos sein, aber auch mit  Gelenkbeschwerden und Ausschlag einhergehen. Die Viren gehen auf das Kind über. Es kommt nicht zu Missbildungen, aber zu einer erhöhten Fehlgeburtsrate und z.T. zu Auffälligkeiten im Ultraschall, die Ausdruck  einer schwerwiegenden Blutarmut beim Kind sind.  Bei nachgewiesener Erstinfektion in der Schwangerschaft wird die Schwangere an ein spezialisiertes Zentrum überwiesen, um ggf. einen Blutaustausch beim Kind  durchzuführen.  Übersteht das Kind eine Infektion, kommt es nicht zu bleibenden Schäden.

Hepatitis C
Eine Kontrolle auf diesen Erreger der infektiösen Leberentzündung wird von den Krankenhäusern gewünscht, um das Infektionsrisiko bei einer geplanten Wassergeburt zu verringern.